English: Sanctuary / Español: Presbiterio / Português: Presbitério / Français: Chœur / Italiano: Presbiterio

Altarraum bezeichnet im Architekturkontext den besonderen Bereich innerhalb eines Sakralbaus â€" meist einer Kirche â€" in dem der Altar steht und wichtige religiöse Handlungen wie die Eucharistie oder das Abendmahl vollzogen werden. Der Altarraum ist traditionell der zentrale, liturgisch bedeutsame Ort eines Gotteshauses und wird oft durch architektonische Elemente wie Stufen, einen Chorbogen oder Geländer vom übrigen Kirchenschiff abgegrenzt.

Allgemeine Beschreibung

Der Altarraum bildet das Herzstück liturgischer Gebäude und hat seit Jahrhunderten eine herausragende architektonische und symbolische Bedeutung. Er ist nicht nur ein Ort für die Aufstellung des Altars, sondern auch das Zentrum religiöser Riten und Zeremonien. Der Altarraum ist meist erhöht und klar erkennbar gestaltet, um seine symbolische Nähe zu Gott zu betonen. Häufig befindet sich in diesem Bereich auch der Ambo, von dem aus das Evangelium verkündet wird, sowie der Sedilienplatz für den Priester und andere Geistliche. Diese besondere architektonische Gestaltung soll die Spiritualität und Würde des Raumes unterstreichen.

In christlichen Kirchen ist der Altarraum typischerweise nach Osten ausgerichtet, ein Symbol für die Auferstehung und das Licht. Auch in der modernen Architektur bleibt der Altarraum ein Ort, der durch besondere Materialien, Beleuchtung oder Farbgebung hervorgehoben wird. Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die Gestaltung des Altarraums je nach liturgischen und architektonischen Strömungen gewandelt – von den reich ausgestatteten, oft von Gemälden und Altären umgebenen Chören der Gotik und Renaissance bis hin zu den schlichteren und funktionalen Altarbereichen moderner Kirchen.

Spezielle Aspekte: Symbolik und Raumgestaltung

Der Altarraum ist stark von Symbolik geprägt, die durch die Architektur und Gestaltung hervorgehoben wird. Der Altar selbst symbolisiert den Tisch des Herrn und stellt das Zentrum der Eucharistiefeier dar. Elemente wie Kerzen, Altartücher und Kruzifixe verstärken die spirituelle Atmosphäre. Traditionell ist der Altarraum auch der Ort, an dem Reliquien und liturgische Gegenstände aufbewahrt werden. Architektonische Gestaltungselemente wie Bögen, Glasfenster oder Kuppeln lenken den Blick auf den Altar und betonen die geistliche Bedeutung des Raumes. In modernen Kirchen wird oft eine offene Gestaltung bevorzugt, die es ermöglicht, den Altarraum flexibel zu nutzen und die Interaktion zwischen Priester und Gemeinde zu erleichtern.

Anwendungsbereiche

Der Altarraum ist in verschiedenen Formen und Kontexten der Architektur zu finden:

  • Katholische Kirchen: Der Altarraum ist oft reich verziert und durch Stufen oder Chorschranken vom Kirchenschiff abgesetzt. Er umfasst den Altar, Ambo, Sedilien und manchmal Seitenaltäre.
  • Evangelische Kirchen: Der Altarraum ist meist schlichter gestaltet, oft mit einem zentralen Altar und weniger dekorativen Elementen.
  • Orthodoxe Kirchen: Der Altarraum ist oft durch eine Ikonostase – eine Wand mit Ikonen – vom Hauptschiff getrennt und hat in der orthodoxen Liturgie eine besonders zentrale Rolle.
  • Kapellen und Andachtsräume: Auch in kleineren religiösen Räumen ist der Altarraum durch seine Gestaltung und Symbolik hervorgehoben.
  • Moderne Kirchen: Hier werden oft offene und minimalistische Altarraumgestaltungen gewählt, die den Raum flexibel und einladend für die Gemeinde machen.

Bekannte Beispiele

  • Petersdom in Rom: Der Altarraum wird von Berninis prächtigem Baldachin dominiert, der das Grab des Apostels Petrus symbolisiert und durch seine kunstvolle Gestaltung eine spirituelle Atmosphäre schafft.
  • Notre-Dame de Paris: Der gotische Altarraum mit seinem Hochaltar und den bunten Glasfenstern strahlt eine feierliche, sakrale Atmosphäre aus.
  • Kölner Dom: Der Altarraum mit dem goldenen Schrein der Heiligen Drei Könige ist ein herausragendes Beispiel für gotische Architektur und die spirituelle Bedeutung dieses Bereichs.
  • Felsendom in Jerusalem: In der Nähe des Altars, auch als Heiligtum bezeichnet, befindet sich ein bedeutender Altarbereich, der durch Architektur und Symbolik die religiöse Bedeutung des Ortes betont.
  • Wallfahrtskirche in Altötting: Der barock gestaltete Altarraum und die prunkvollen Altäre zeigen die Bedeutung des Raumes für die katholische Andacht.

Risiken und Herausforderungen

Die Gestaltung und Pflege des Altarraums birgt einige Herausforderungen. Einerseits besteht die Gefahr, dass architektonische Elemente, die Monotonie oder Kälte ausstrahlen, die spirituelle Wirkung des Altarraums beeinträchtigen. Andererseits müssen bei Renovierungen oft historische und symbolische Werte erhalten werden, was kostenintensiv und technisch anspruchsvoll sein kann. Moderne Altarraumgestaltungen stehen oft vor der Herausforderung, Tradition und zeitgemäße Ästhetik in Einklang zu bringen, damit sich die Gemeinde im Raum willkommen fühlt. Auch die Akustik und Beleuchtung sind besonders wichtig, da sie die Liturgie und die spirituelle Wirkung des Altarraums beeinflussen.

Ähnliche Begriffe

  • Chorraum: Der Bereich einer Kirche, der häufig den Altarraum umgibt und meist für den Chor oder Geistliche reserviert ist.
  • Apsis: Eine oft halbrunde Nische am Ende des Kirchenschiffs, in der sich der Altar befindet.
  • Presbyterium: Ein alternativer Begriff für den Altarraum, besonders in katholischen Kirchen verwendet.
  • Ikonostase: In orthodoxen Kirchen eine Wand mit Ikonen, die den Altarraum vom Kirchenschiff trennt.
  • Heiligtum: Ein weiterer Begriff für den Bereich um den Altar, der besonders in der christlichen Tradition als heilig gilt.

Zusammenfassung

Im Architekturkontext bezeichnet der Altarraum den zentralen Bereich innerhalb einer Kirche, in dem der Altar steht und religiöse Riten vollzogen werden. Durch besondere architektonische Gestaltung und symbolische Elemente hebt sich der Altarraum vom übrigen Kirchenraum ab und betont seine spirituelle Bedeutung. Ob in historischen Kirchen oder modernen Sakralbauten – der Altarraum bleibt ein bedeutendes Element, das die spirituelle Atmosphäre und die liturgische Funktion eines Gotteshauses prägt.

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